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Atterberg-Grenzen in Bochum: Konsistenz des Baugrunds präzise bestimmen

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

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Der Bergbau hat Bochum über Generationen geprägt und einen Flickenteppich aus gewachsenen Böden, Auffüllungen und Verformungszonen hinterlassen. Jede Baumaßnahme im Stadtgebiet, vom Einfamilienhaus in Stiepel bis zum Gewerbekomplex in Wattenscheid, steht auf einem Untergrund mit eigener Geschichte. Die Atterberg-Grenzen liefern hier den entscheidenden Laborparameter, um bindige Schichten zu verstehen. Fließgrenze, Ausrollgrenze und Plastizitätszahl verraten dem Geotechniker, wie sich ein Tonboden bei Wasserzutritt verhält. In unserer Erfahrung scheitern Baugrundgutachten ohne diese Kennwerte oft an der Realität des Bochumer Mergels und der quartären Lehme. Ein CPT-Versuch ergänzt die Laboranalyse ideal, wenn die Schichtgrenzen im Feld erkundet werden müssen.

Die Plastizitätszahl ist der zuverlässigste Indikator für das Schrumpf- und Quellpotenzial bindiger Böden im Ruhrgebiet.

Vorgehen und Leistungsumfang

Die Lösslehme und Verwitterungstone des Ruhrgebiets reagieren extrem empfindlich auf Wasser. Ein Boden mit hoher Plastizitätszahl quillt bei Niederschlag und schrumpft in Trockenperioden – ein Zyklus, der Fundamente und Bodenplatten auf Dauer schädigt. Die Atterberg-Grenzen nach DIN 18122 quantifizieren genau dieses Verhalten. Wir bestimmen im Labor den Wassergehalt an den Übergängen von fester zu plastischer und von plastischer zu flüssiger Konsistenz. Die Differenz – die Plastizitätszahl – ist das Maß für die Wasserbindefähigkeit des Bodens. In Bochum sehen wir häufig ausgeprägt plastische Tone in den oberen 3 Metern. Diese Schichten müssen bei der Gründungsbewertung zwingend berücksichtigt werden. Die Prüfung erfolgt an gestörten Proben aus Schürfen oder Bohrungen, die wir sachgerecht entnehmen und sofort ins Labor überführen. Das Ergebnisprotokoll enthält neben den Grenzwassergehalten auch die Einordnung in die Plastizitätskarte nach Casagrande.
Atterberg-Grenzen in Bochum: Konsistenz des Baugrunds präzise bestimmen
Technisches Referenzbild — Bochum

Lokale Besonderheiten

Bochum liegt auf rund 100 Metern Höhe, eingebettet in eine Landschaft, die von Bergsenkungen und Grundwasserwiederanstieg gezeichnet ist. Nach der Einstellung der Sümpfungsmaßnahmen steigt das Ruhrwasser in alten Schächten und beeinflusst den Wasserhaushalt oberflächennaher Schichten. Ein Boden, der nach Atterberg als ausgeprägt plastisch klassifiziert wurde, nimmt dieses Wasser auf und verliert an Tragfähigkeit. Bauherren, die auf diese Dynamik nicht vorbereitet sind, riskieren Setzungsrisse und Vernässungsschäden. Die Konsistenzzahl, abgeleitet aus den Atterberg-Grenzen und dem natürlichen Wassergehalt, erlaubt eine Zustandsbewertung des Bodens in situ. Wir erleben häufig, dass ein steifer Ton in einer Bohrung als tragfähig eingestuft wird, obwohl er wenige Monate später nach Wasserzutritt weich wird. Die Laborprüfung deckt dieses Risiko frühzeitig auf.

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Typische Werte

ParameterTypischer Wert
PrüfnormDIN 18122-1:2020-07
Bestimmte GrößenFließgrenze, Ausrollgrenze, Plastizitätszahl
ProbenmaterialGestörte Bodenprobe, Korngröße < 0,4 mm
PrüfgerätFließgrenzengerät nach Casagrande
Versuchsdauer1-2 Werktage nach Probeneingang
ErgebnisdarstellungPlastizitätsdiagramm nach DIN EN ISO 14688-2
AnwendungsbereichFeinkörnige und gemischtkörnige Böden

Verwandte Dienstleistungen

01

Fließ- und Ausrollgrenze nach DIN 18122

Standardprüfung an gestörten Proben zur Bestimmung der Konsistenzbereiche bindiger Böden. Inklusive Einordnung ins Plastizitätsdiagramm und Ableitung der Plastizitätszahl.

02

Kombinationspaket mit Korngrößenanalyse

Gemeinsame Prüfung von Atterberg-Grenzen und Sieblinie zur vollständigen Bodenklassifikation nach DIN 18196. Besonders sinnvoll bei gemischtkörnigen Auffüllungen im Bochumer Stadtgebiet.

03

Zustandsbewertung vor Ort

Ermittlung der Konsistenzzahl durch Abgleich der Atterberg-Grenzen mit dem natürlichen Wassergehalt. Wir bewerten die Zustandsform von steif bis breiig und geben Empfehlungen zur Gründung.

Geltende Normen

DIN 18122-1:2020-07 (Fließ- und Ausrollgrenze), DIN EN ISO 14688-2:2018-05 (Klassifikation nach Plastizität), DIN 18196:2011-05 (Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke), DIN 4020:2010-12 (Geotechnische Untersuchungen)

Gängige Fragen

Was kosten die Atterberg-Grenzen für eine Bodenprobe in Bochum?

Die Bestimmung von Fließ- und Ausrollgrenze nach DIN 18122 liegt pro Probe zwischen 70 € und 110 €. Bei mehreren Proben oder Kombination mit der Korngrößenanalyse erstellen wir ein günstigeres Paketangebot.

Warum sind die Atterberg-Grenzen für den Baugrund in Bochum so wichtig?

Die quartären Lehme und Verwitterungstone im Stadtgebiet sind oft stark plastisch. Sie neigen zu Volumenänderungen bei Wassergehaltsschwankungen. Die Atterberg-Grenzen quantifizieren dieses Risiko und liefern die Basis für die Gründungsbemessung.

Wie läuft die Probenentnahme für die Atterberg-Grenzen ab?

Wir entnehmen gestörte Bodenproben aus Schürfgruben oder Bohrkernen. Die Probe wird luftdicht verpackt und ins Labor transportiert. Dort erfolgt die Aufbereitung durch Trocknung und Siebung auf < 0,4 mm, bevor die Prüfung am Casagrande-Gerät startet.

Welche Normen gelten für die Bestimmung der Atterberg-Grenzen?

Die Prüfung erfolgt nach DIN 18122-1:2020-07. Die Einordnung der Ergebnisse in Bodengruppen richtet sich nach DIN 18196 und die Klassifikation nach DIN EN ISO 14688-2.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Bochum und seinem Großraum.

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