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MEHR ERFAHREN →In-Situ-Prüfungen bilden das Rückgrat einer jeden fundierten Baugrundbeurteilung in Bochum und dem gesamten Ruhrgebiet. Diese Kategorie umfasst sämtliche Felduntersuchungen, die direkt vor Ort am gewachsenen Boden oder Fels durchgeführt werden, um dessen physikalische und mechanische Eigenschaften zuverlässig zu bestimmen. Anders als Laborversuche an entnommenen Proben liefern In-Situ-Tests Ergebnisse unter den tatsächlich herrschenden Spannungs- und Umgebungsbedingungen, was Verfälschungen durch Transport oder Entlastung ausschließt. Von der Ermittlung der Lagerungsdichte über die Bestimmung der Tragfähigkeit bis hin zur Durchlässigkeit – die Verfahren sind so vielfältig wie die Fragestellungen, die der Baugrund im urbanen und postindustriellen Raum Bochums aufwirft.
Die geologische Situation Bochums ist geprägt von den Sedimenten des Oberkarbons und der darüber lagernden Kreideauflage, die im Laufe der Jahrhunderte durch Bergbau, Industrie und Stadtentwicklung großflächig überprägt wurden. Natürlich anstehende Böden wie verwitterte Tonsteine, Sandsteine oder der weit verbreitete Lösslehm treffen hier auf mächtige Auffüllungshorizonte, Bergematerial und Trümmerschutt aus dem Zweiten Weltkrieg. Diese heterogene Zusammensetzung macht pauschale Annahmen unmöglich und erfordert eine präzise, punktuelle Erkundung mittels In-Situ-Verfahren. Nur so lassen sich Setzungsrisiken, Tragfähigkeitsdefizite oder Altlastenpfade im Vorfeld von Baumaßnahmen sicher identifizieren und bewerten.

Für die Planung und Ausführung von In-Situ-Prüfungen in Deutschland ist die DIN EN ISO 22475-1 in Verbindung mit dem nationalen Anhang sowie die DIN 4020 für geotechnische Untersuchungen maßgebend. Spezifische Verfahren wie die Rammsondierung nach DIN EN ISO 22476-2 oder die Drucksondierung (CPT) nach DIN EN ISO 22476-1 sind hierbei die zentralen normativen Grundlagen. Ein klassisches und in Bochum häufig nachgefragtes Verfahren zur direkten Dichtebestimmung ist die Felddichtebestimmung (Sandkegelverfahren), die eine unmittelbare Aussage über den Verdichtungsgrad von Böden und Tragschichten erlaubt. Die strikte Einhaltung dieser Regelwerke ist nicht nur eine Frage der Qualitätssicherung, sondern auch der haftungsrechtlichen Absicherung aller Beteiligten, da sie den anerkannten Stand der Technik definieren.
Die Anwendungsfelder für In-Situ-Prüfungen in Bochum sind breit gefächert und spiegeln die Dynamik einer sich wandelnden Metropolregion wider. Im klassischen Hoch- und Tiefbau sind sie für die Gründungsberatung von Mehrfamilienhäusern, Bürokomplexen oder Infrastrukturprojekten wie dem Ausbau des Kanalnetzes unverzichtbar. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Revitalisierung ehemaliger Industrie- und Zechengelände, wo eine detaillierte Erkundung der Auffüllungen und Altablagerungen zwingend vorgeschrieben ist. Auch der Verkehrswegebau, etwa bei der Erneuerung der Bochumer Stadtbahnlinien oder der Instandsetzung von Autobahnabschnitten, ist auf die präzise Verdichtungskontrolle durch Verfahren wie den Sandkegelversuch angewiesen, um langfristige Schadensfreiheit zu gewährleisten.
In-Situ-Prüfungen sind Feldversuche, die direkt im anstehenden Boden oder Fels durchgeführt werden, ohne das Material zu entnehmen. Sie dienen der Bestimmung von Kennwerten wie Lagerungsdichte, Festigkeit oder Durchlässigkeit unter natürlichen Spannungszuständen und sind damit eine unverzichtbare Ergänzung zu Laboranalysen für eine realistische Baugrundbeurteilung.
Aufgrund der heterogenen, oft anthropogen aufgefüllten Böden in Bochum sind direkte Verfahren zur Verdichtungskontrolle essenziell. Schwere Rammsondierungen (DPH) zur Ermittlung der Lagerungsdichte und der Sandkegelversuch zur Bestimmung des Verdichtungsgrades von Tragschichten kommen hier besonders häufig zum Einsatz, um die Tragfähigkeit von Bauflächen sicher nachzuweisen.
Die zentralen Normen sind die DIN EN ISO 22476-Reihe für spezifische Verfahren wie Drucksondierung und Rammsondierung sowie die DIN 4020 für die allgemeinen Anforderungen an geotechnische Untersuchungen. Zusätzlich ist die DIN EN ISO 22475-1 für die Probenentnahme und Grundwassermessungen maßgebend, um einen einheitlichen und anerkannten Qualitätsstandard sicherzustellen.
Sie sind immer dann erforderlich, wenn die Standsicherheit oder Gebrauchstauglichkeit eines Bauwerks beurteilt werden muss, insbesondere bei schwierigen Baugrundverhältnissen wie den in Bochum verbreiteten Auffüllungen. Auch bei der Verdichtungskontrolle von Leitungsgräben, im Straßenbau oder bei der Revitalisierung von Altstandorten sind sie durch behördliche Auflagen und das Regelwerk der Geotechnik zwingend vorgeschrieben.