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MEHR ERFAHREN →Die Kategorie Labor umfasst sämtliche geotechnischen Laboruntersuchungen, die zur Klassifizierung und Bewertung von Böden und Gesteinen im Raum Bochum erforderlich sind. Von der einfachen Bestimmung des Wassergehalts bis hin zu komplexen Scherversuchen – die laborative Analytik bildet das Rückgrat jeder fundierten Baugrundbeurteilung. In einer Stadt, die durch jahrzehntelangen Bergbau, industrielle Überprägung und heterogene Untergrundverhältnisse geprägt ist, liefern diese Untersuchungen unverzichtbare Kennwerte für die Bemessung von Gründungen, die Beurteilung der Standsicherheit und die Planung von Abdichtungsmaßnahmen.
Die geologischen Bedingungen in Bochum sind maßgeblich durch die Lage am Nordrand des Rheinischen Schiefergebirges und die Überdeckung mit quartären Lockergesteinen bestimmt. Unter einer oft geringmächtigen Mutterbodenschicht folgen periglaziäre Fließerden und Lösslehme, die zu den typischen Problemböden im Ruhrgebiet zählen. Darunter stehen die ton- und schluffsteinreichen Schichten des Oberkarbons an, die lokal durch Verwitterungseinflüsse entfestigt sind. Hinzu kommen künstliche Auffüllungen aus der Bergbau- und Industriegeschichte, deren Zusammensetzung ohne gezielte Laboranalysen kaum zuverlässig eingeschätzt werden kann. Diese komplexe Geologie erfordert eine sorgfältige laborative Charakterisierung, um bauwerksrelevante Eigenschaften wie Tragfähigkeit, Setzungsverhalten und Durchlässigkeit präzise zu erfassen.
Für die Durchführung und Auswertung der Laborversuche sind in Deutschland die Normen des DIN-Normenausschusses Wasserwesen (NAW) und des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) maßgebend. Die zentrale Normenreihe ist die DIN EN ISO 17892, die die geotechnischen Erkundungs- und Untersuchungsverfahren im Labor regelt. Ergänzend gelten die nationalen Anwendungsdokumente wie die DIN 18121 bis DIN 18137 für die Bestimmung von Wassergehalt, Konsistenzgrenzen oder Korndichte. Die Einhaltung dieser Normen ist nicht nur für die Qualitätssicherung entscheidend, sondern auch Voraussetzung für die Anerkennung der Ergebnisse durch Bauaufsichtsbehörden und Prüfstatiker in Nordrhein-Westfalen.
Die laborativen Untersuchungen dieser Kategorie kommen bei nahezu jedem Bauvorhaben in Bochum zum Einsatz, vom Einfamilienhaus bis zum Großprojekt. Besonders relevant sind sie für die Gründungsberatung in setzungsempfindlichen Lösslehmgebieten, für die Beurteilung der Wiederverwendbarkeit von Aushubmaterial nach den Vorgaben der Ersatzbaustoffverordnung sowie für die Planung von Versickerungsanlagen, bei denen die Korngrößenanalyse (Siebunng + Hydrometer) die Grundlage für die Bemessung nach DWA-A 138 liefert. Auch bei der Bewertung von Altlastenverdachtsflächen oder der Einschätzung des Quellvermögens verwitterter Tonsteine sind spezifische Laborparameter unverzichtbar. Die Atterberg-Grenzen spielen dabei eine Schlüsselrolle, da sie das plastische Verhalten bindiger Böden beschreiben und direkten Einfluss auf die Einstufung der Bodengruppe nach DIN 18196 haben.
Der Mindestumfang orientiert sich an der geotechnischen Kategorie nach DIN 4020 und umfasst meist die Bestimmung des Wassergehalts, der Korngrößenverteilung, der Konsistenzgrenzen sowie der Korndichte. Bei bindigen Böden sind zudem einaxiale Druckversuche oder Rahmenscherversuche zur Ermittlung der Scherfestigkeit üblich. Bei Auffüllungen oder Verdacht auf Schadstoffe kommen chemische Analysen hinzu.
Die Atterberg-Grenzen definieren die Übergänge zwischen fester, plastischer und flüssiger Konsistenz bindiger Böden. In Bochum sind die weit verbreiteten Lösslehme und verwitterten Tonsteine stark wasserempfindlich. Die Kenntnis der Fließ- und Ausrollgrenze erlaubt eine präzise Klassifizierung als leicht oder mittelplastischer Ton und ist entscheidend für die Beurteilung von Setzungen und die Wahl des Gründungskonzepts.
Die Basis bildet die DIN EN ISO 17892-Reihe für geotechnische Laborversuche. Nationale Ergänzungen wie die DIN 18121 (Wassergehalt), DIN 18123 (Korngrößenverteilung) und DIN 18122 (Konsistenzgrenzen) sind weiterhin gültig. Für die Klassifizierung ist die DIN 18196 maßgebend, für die Probenahme die DIN EN ISO 22475. Die Einhaltung dieser Normen wird in Nordrhein-Westfalen bauaufsichtlich gefordert.
Auffüllungen in Bochum enthalten oft bergbauliche Rückstände, Bauschutt oder Schlacken und sind extrem heterogen. Neben der grundlegenden Klassifizierung nach DIN 18196 sind hier weiterführende chemische Analysen nach LAGA oder Ersatzbaustoffverordnung nötig. Die Korngrößenanalyse deckt häufig grobkörnige, schlecht abgestufte Gemische auf, während natürliche Böden eine gleichmäßigere Verteilung zeigen und primär über ihre Plastizität beurteilt werden.