Der Baugrund in Bochum trägt die Spuren von über 150 Jahren Steinkohlebergbau. Unter der Stadt verlaufen unzählige alte Strecken und Schächte, oft unzureichend dokumentiert. Dazu kommen die Verwitterungszonen des Oberkarbons und die Lösslehmschichten, die bei Wasserzutritt ihre Tragfähigkeit verlieren. Jede Injektionsbemessung in Bochum muss diese untertägigen Strukturen von Anfang an einkalkulieren. Wir arbeiten mit historischen Risswerken der Bezirksregierung Arnsberg und aktuellen Baugrundaufschlüssen, um Injektionsmuster und Suspensionen exakt auf die lokalen Bedingungen abzustimmen. Die Sondierung mittels SPT-Bohrung liefert erste Anhaltspunkte zur Durchlässigkeit, während seismische Refraktionsprofile Hohlräume und Auflockerungszonen im Fels sichtbar machen, bevor die erste Lanze gesetzt wird.
Eine Injektionsbemessung ohne Kenntnis der alten Grubenbilder ist in Bochum wie Blindflug – und genauso gefährlich.
Lokale Besonderheiten
Ein Wohnhausbau in Weitmar und ein Gewerbekeller in Wattenscheid sind zwei grundverschiedene Bochumer Baustellen. In Weitmar steht man oft auf mürbem, verwittertem Karbonfels mit offenen Klüften – die Injektion dringt unkontrolliert ab, wenn man nur nach Erfahrungswerten bemisst. In Wattenscheid dagegen, nördlich der Emscher-Störung, dominieren gering durchlässige Tonsteine und Mergel, wo das Injektionsgut kaum eindringt und der Druck schnell ansteigt. Ohne eine objektbezogene Injektionsbemessung riskiert man in beiden Fällen ein Versagen: Entweder läuft das Material ungesehen in alte Strecken ab, oder der Porenraum wird gar nicht erreicht. Wir haben in Bochum-Langendreer erlebt, wie ein nicht erkannter Tagesschacht 15 Meter neben der Baugrube 40 Prozent des Injektionsvolumens verschluckte. Seither gehört der Abgleich mit dem amtlichen Grubenbild zum festen Bestandteil jeder Bemessung im Stadtgebiet.
Gängige Fragen
Was kostet eine Injektionsbemessung für ein Einfamilienhaus in Bochum?
Für ein typisches Einfamilienhausgrundstück in Bochum mit Baugrundrisiko durch Bergbau liegt die Injektionsbemessung zwischen €1.180 und €3.500. Der Preis hängt davon ab, ob historische Grubenbilder beschafft werden müssen, wie viele Bohrpunkte für die Erkundung nötig sind und ob Laborversuche zur Rezepturoptimierung erforderlich werden.
Welche Injektionsverfahren eignen sich für den Bergbau-Untergrund in Bochum?
Das hängt vom Hohlraumvolumen und der Klüftigkeit ab. Für offene Strecken mit großem Querschnitt setzen wir meist Grobmörtel oder Porenbetonsuspensionen ein. Bei engständiger Klüftung im Deckgebirge arbeiten wir mit Zementsuspensionen und Ultrafeinbindemitteln. In stark wasserführenden Zonen kommen zusätzlich Weichgelinjektionen zum Einsatz. Die Wahl des Verfahrens folgt immer einer Erkundung mit Kernbohrungen und Wasserdrucktests.
Wie lange dauert eine Injektionsbemessung in Bochum?
Von der ersten Baugrunduntersuchung bis zum fertigen Injektionsplan rechnen wir mit drei bis fünf Wochen. Die meiste Zeit beansprucht die Beschaffung und Auswertung der Grubenbilder vom Landesarchiv NRW sowie die Laborversuche zur Ermittlung der Suspensionseigenschaften. Bei Projekten mit hohem Termindruck bieten wir eine Expressbearbeitung an.
Muss in Bochum jede Baugrube mit Injektionen gesichert werden?
Nicht jede, aber viele. Bochum liegt über einem der dichtesten Bergbaureviere Europas. Sobald das Baugrundgutachten Hinweise auf alte Schächte, Strecken oder tagesnahe Auflockerungszonen liefert, ist eine Injektion zur Baugrundverbesserung in der Regel die wirtschaftlichste Lösung. Die Alternative wären aufwändige Tiefgründungen mit Pfählen, die oft teurer und technisch schwieriger umzusetzen sind.